Tag zehn. Wir nehmen (ungern) Abschied von der Managerin Sarah (Anmerkung Herr Mendweg: wir erinnern uns – die glückliche Ehefrau von Nelson…), räumen unser Gepäck in den Pickup (also Herr Mendweg räumt, während der Rest Abschied nimmt und im Hotelshop ein wenig „einkauft“. Anmerkung Frau Mendweg: jammer) und machen uns auf den über 450 Kilometer langen Weg zur nächsten Lodge. Zunächst geht es südwest nach Tsumeb, wo Geld vom Automaten gezogen wird und die blühenden Jacaranda – Bäume bestaunt werden.

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Auch andere Bäume haben schöne Blüten wink

Danach weiter Richtung Grootfontein – tanken und Eis für die Kühlbox kaufen.

Seit Rundu nahe der Grenze zu Angola sind wir auf einmal mitten in Afrika. Immer weniger Weiße zu sehen, keine deutschen Beschriftungen mehr und dafür klassische Schwarzensiedlungen – Lehmhütten mit Strohdach und Strohzäunen drumherum. Keine Giraffen und Antilopen mehr sondern Ziegen, Ziegen, Rinder, Esel und Ziegen – meist am Straßenrand und meist so nah am Rand, dass Herr Mendweg in der Mitte der Strasse fährt. Macht aber nichts denn der Verkehr ist übersichtlich. Wenn uns auf der ganzen Strecke mehr als 200 Fahrzeuge entgegengekommen sind ist es viel. Dafür erleben wir immerhin eine Radarfalle! Herr Mendweg fängt an zu rechnen, wie viele Temposünder die wohl pro Tag erwischen und kommt auf geschätzte 3 – 5. Dafür den ganzen Tag hinterm Busch zu sitzen…naja, Afrika halt.

Wir fahren auch an sehr vielen Schulen vorbei und sehen Kindergruppen in ihren Schuluniformen auf dem Heimweg. Jedes der Gesichter strahlt unendlich viel Lebensfreude aus und uns wird heftig zugewunken. Wir kommen zu dem Ergebnis, dass die Kinder hier vermutlich glücklicher sind als bei uns. Im Laufe der nächsten Stunden sieht man dann die Kinder in ihren Alltagsklamotten, spielend, in Bäume kletternd und immer lachend und so bestätigt sich der Eindruck einer glücklichen Kindheit.

Man sieht viele Kneipen so genannten Sheebans und Nachtclubs (also so kleine zwei auf zwei Meter Hütten mit so fantasievollen Namen wie Paradies Place oder ….. und der örtliche Metzger ist ein Tisch unter einem Baum an dessen Äste große Fleischstücke aufhängt an Seilen hängen. Und wir machen uns Gedanken über ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Wie immer sieht man in Afrika die Kinder in den Schulen oder auf dem Schulweg, die Frauen mit Wäschekörben auf den Kopf oder bei der Zubereitung von Essen oder anderen Arbeiten. Die Männer liegen unterm Baum im Schatten und machen Pause. Das wohl den ganzen Tag.

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Strohdachfabrikation

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Wir erreichen dann am frühen Nachmittag unsere nächste Lodge – die Riverdance Lodge, direkt am Okawango, der hier die Grenze zu Angola markiert. Die Lodge selber ist gestalterisch ein weitere Traum mitten in Afrika. Die Zimmer sind zum Fluss hin gebaut mit einer großen Fensterfront. Vom Bett aus hat man einen fantastischen Blick über den Okawango. Das Badezimmer ist ausgelagert, ebenfalls mit einer großen Fensterfront, einer Designerbadwanne und einer Regendusche. In der Badewanne liegend hat man den selben sensationellen Blick wie aus dem Bett.

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Diese Lodge wurde von einem deutschen Ehepaar in vier Jahren hier mit Hilfe der einheimischen Bevölkerung geplant und gebaut. Sei leben hier ihren afrikanischen Traum. Soweit mag die Beschreibung aus dem Internet auch stimmen. Was dagegen leider bei uns durchfällt sind der Service – das Personal ist hier null ausgebildet. Und das Essen. Als Vorspeise bekommen wir am Abend vier kleine frittierte Hefeteigkügelchen mit einer Jelly dazu Bananenstückchen und Kokosflocken und einer undefinierbaren Hackfleisch-Gemüse-Kombination. Als Hauptgang gibt es gebackenen Fisch, dazu Kartoffelbrei und ungewürztes Gemüse. Den Abschluß soll ein Mouse aux Chocolat bilden. Stattdessen bekommen wir frisch aufgetaute Törtchen – Fertigware frisch aus der Tiefkühlbox. Da Frau Mendweg seit Tagen eine Erklältung mit sich rumschleppt und auf Alkohol verzichtet, versucht Herr Mendweg mal ein Glas Hauswein. Eine ganze Flasche Rotwein alleine zu trinken wäre auch für ihn ein wenig viel. Man fragt halt dann auch nach, um was für einen Wein es sich handelt und schon schleppt der eifrige „Kellner“ auch schon den 10 Liter Tetrapack an um ihn zu präsentieren. Leider schmeckt der Wein auch nach Billig-Tetrapack.

Das Personal ist so bemüht, dass sie es gerade so schaffen, das Essen an die Tische (3!) zu tragen und das Geschirr wieder abzuräumen. Es gibt keine Fragen ob wir vielleicht noch was trinken wollen. Stattdessen lümmelt man an der Theke rum, oder ratscht draußen vor der Türe. Herr Mendweg muss also extra nach draussen latschen und die beiden stören um weitere Getränke zu erhalten…

Und jetzt nicht falsch verstehen. Das alles würde uns nichts ausmachen und alleine der Platz wertet alles wieder auf – aber – und das ist ein großes aber – das Preis- Leistungsverhältnis stimmt überhaupt nicht. Wenn ich Preise einer Luxuslodge verlange, dann erwartet der Gast auch Service und Ausstattung einer Luxuslodge.

Neben dem Essen und dem schlechten Service fehlen eben auch solche Kleinigkeiten wie eine Seife zum Händewaschen, ein Abfalleimer auf dem Zimmer, eine Taschenlampe, Insektenspray – gerade hier am Fluß ist die Mückenkonzentration hoch – Steckdosen und und und. Die Besitzer selber sind nicht zu sehen. Was in der Regel auch sehr ungewöhnlich ist. Es fehlt einfach der Gastgeber.

Und eine Klobürste.

Und durchs Klopapier kann man den Sonnenaufgang sehen.

Dennoch schlafen wir ausgezeichnet.

Der Upload der letzten drei Artikel hat jetzt drei Stunden gedauert, weshalb wir vermutlich erst wieder nach unserer Rückkehr nach Deutschland weiter berichten werden. Es ist einfach zu schön und zu spannend hier um mit dem Computer stundenlang im Hotel zu sitzen…

13 thoughts on “Afrika 2014 / 11

  1. Verdammt, bevor ich über den Service las und nur die Fotos sah, schrie ich spontan: „DA FAHRE ICH AUCH HIN!!!“
    Pustekuchen.
    Euer Service-Bericht hat mich gebremst. http://www.mendweg.com/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_sad.gif

    Ich mag das Strassenfoto und der „Club“ ist der Hammer!!! http://www.mendweg.com/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_yahoo.gif

  2. Oh , schade Lifebericht zu ende – es war aber auch zu schön . Kommt gut heim , geniest den
    Resturlaub . Ich freue mich schon auf den Abschlussteil .

  3. Oooch nööö nich aufhören, der Herr Mendweg findet doch gar keine Ruhe wenn er nicht etwas zu tun hat in der „freien“ Zeit.

    Es war sooooo schön, auch wenn unbemerkt sich nicht mehr anmelden kann…. wurde bestimmt wegen Inaktivität gesperrt.

    Spaß bei Seite, ich habe es genossen bis hierher. Ein riesiges Dankeschön für Eure Mühen und eine schöne Reise mit ganz vielen Bildern

    wünscht der Kay http://www.mendweg.com/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_cry.gif

  4. Hallo Ihr Lieben, wir sind wieder da und ab heute Abend geht es dann auch Stück für Stück weiter – es gibt VIEL zu berichten und noch mehr sensationelle Bilder!

  5. Ohjeh Ihr Armen,

    wieder da, im kalten doofen D.-land? Tut mir Leid. http://www.mendweg.com/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_regenschirm.gif

    Aber dann endlich her mit den tausend Bildern und seitenlangen Berichten….
    http://www.mendweg.com/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_mail.gif
    Jetzt drücke ich aller 5 Sekunden die Aktualisierung http://www.mendweg.com/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_yes.gif

    Mit lieben Grüßen vom Unbemerkten, nicht mehr Angemeldeten.

    1. wieso kalt? WIR leben im Süden wo es natürlich sonnig und warm ist :-)

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