Nachdem Herr Mendweg die letzten Wochen als Klitschko-Double bei den Demonstrationen in Kiew fungiert hat und erst am Sonntagabend beim Superbowl den verschnupften Payton Maning als Quarterback ersetzen muss, blieb etwas Zeit für die Familie.

Wie eifrige Leser vermutlich bereits ahnen ist Herr Mendweg gar nicht 31 Jahre alt, sondern hat wie Frau Mendweg seine Teenager-Zeit in den 80ern erlebt. Entsprechend groß ist die Tonträgersammlung aus dieser Zeit und auch die Bereitschaft Konzerte von Überlebenden der Wave-Zeit zu besuchen.
Viele Musiker haben diese Zeit geprägt und die Hohe Priesterin des poetisch-melancholisch Spoken-Word Wave war ganz klar Anne Clark. Ihre musikalische Karriere begann im Cabaret Futura gemeinsam mit einer gerade gegründeten Band namens Depeche Mode. 8)

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Leider beschränken sich ihre Erfolge eigentlich auf die beiden Hits Sleeper in Metropolis und Our Darkness.

Nachdem Mendweg Junior seit einiger Zeit großer Fan von Anne Clark ist begaben sich die drei Mendwegs also am gestrigen Samstag in die Fuggerstadt Augsburg um der Botschaft der Hohen Priesterin zu lauschen.

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Natürlich gehört das entsprechende Styling dazu: spitze Schuhe…
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…Haare hoch und schwarz-weiss-Gesicht aufsetzen
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Seltsam war ganz klar für Herrn und Frau Mendweg zu erleben, wie Mendweg Junior beim Eintritt nach seinem Ausweis gefragt wurde – ist es wirklich schon solo lange her dass wir selber noch gefragt wurden? sad

Als dann das Konzert vor etwa 300 Leuten losging wurde sehr schnell ein Problem klar. Der Blick auf die Eintrittskarte zeigt es schon: Anne Clark feat. HerrB

Ganz klar: HerrB ist ein durchaus interessanter Musiker/Produzent, aber sein geschliffener Clubsound passt irgendwie einfach nicht zur nichtangepassten Wave-Ikone Anne Clark, die schon auch mal Rilke-Gedichte verarbeitet oder mit klassischen Instrumenten experimentiert. Entsprechend fühlt man sich die ersten Minuten bei Trance-artigen Tracks wie auf einem Cafe del Mar Soundtrack, bevor auf einmal weichgelutschter Elektroklangbrei Assoziationen mit Erasure weckt. Durchgehende flache Drumbeats – wummernder Bass und gleichbleibender rythmusgebender Synthi-Akkord. Sowas kann man sich durchaus schönsaufen, wenn man halt nicht nach Hause fahren müsste lol

Die 80er sind nicht unbedingt immer der Inbegriff großer Musikalität gewesen und sehr häufig waren „Musiker“ zu sehen, die mit seltsamen elektronischen Tastengeräten rumgezappelt haben. HerrB perfektioniert allerdings diese Lächerlichkeit. Statt einem DJ-Podest steht er 5 Meter neben Anne Clark (schliesslich müssen die beiden irgendwie die 10-Meter-Bühne füllen) hinter einem Macbook Pro und einem winzigen Tastengerät auf das er ab und zu drückt und fällt durch gelegentliche Gefühlsausbrüche auf, bei denen er mit dem rechten Arm rumfuchtelt – seltsamer Weise fast nie passend zu seiner eigenen Musik :woot:

Erst als Sleeper in Metropolis und Our Darkness gespielt werden kommt wirkliche Stimmung auf und genau da zeigt sich das Problem, wenn man nur zwei Hits hat und der Rest dem größeren Teil des Publikum zu kompliziert (im Original) oder zu weichgespült (wie mit HerrB) ist. Schade.

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Anmerkung für Musikfans – heute Abend steht ab 23 Uhr die neue U2-Single zum Gratis-Download in iTunes bereit. Der Song wird in einer limitierten Version und als kostenfreier Download auf iTunes während des Spiels und den anschließenden 24 Stunden zur Verfügung stehen. Danach verschwindet der Song! Für jeden Download, der innerhalb dieser Zeit erfolgt, wird die Bank of America 1 US-Dollar an den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria spenden, der Empfänger aller (RED)-Einnahmen. Die (RED)-Spenden für den Globalen Fonds werden zu 100 Prozent für AIDS-Programme vor Ort in Afrika verwendet.

6 thoughts on “Back to the 80s

  1. Beim lesen des Textes und betrachten der bilder habe ich gerade gedacht, dass ich dieses spektakel gerne selbst gesehen hätte. Ganz besonders das Taktgefühl des HerrnB. :D

  2. Aus nicht erklärbaren Gründen habe ich letztens – so um den Jahreswechsel rum – nach langer Zeit wieder mal in der musikalischen Vergangenheit gestöbert und unter anderem auch Anne Clark angehört. Und ich hab’s genossen. Live konnte ich sie bisher leider nicht erleben.

    1. Nach den gemachten Erfahrungen bleibe ich lieber bei den Tonträgern…

  3. Die Erfahrung habe ich auch schon öfter gemacht. Ein im Grunde genommen gutes Lied wird „remastered“ und hört sich plötzlich nicht mehr echt an. Ausnahmen bestätigen die Regel. Vielleicht liegt das am Musikgeschmack der jeweiligen Jugend, die man „bedienen“ möchte. Ärgerlich ist es alle mal.

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