MENDWEG

"Travel is fatal to prejudice, bigotry, and narrow-mindedness…" (Mark Twain)

Runter von meiner Wiese!

Diese oder ähnliche Geschichten kennt man ja, wenn vielleicht auch nicht selber erlebt. Irgendjemand setzt sich einfach in deinen Garten, Rasen oder Wiese oder parkt sogar drauf oder latscht quer durch. Das es aber noch viel schlimmer geht zeigt die heutige Geschichte aus meiner Nachbarschaft. Angefangen hat es damit, dass Thomas Clarke von seinem älteren Bruder William ein 200 acres großes Grundstück gekauft hat. Da drauf hat er ein schönes großes Haus gebaut und ist mit seinen Schwestern Sarah und Hannah eingezogen. Dazu gab es noch Sklavin Susannah, was ganz normal war denn unsere Geschichte spielt im Jahr 1772.

Die nächsten Jahre liefen eigentlich ganz prima, zumal die Farm in der Nähe von Princeton auch wirklich in wunderschöner Natur liegt. Vermutlich haben die Vier Weihnachten nicht groß gefeiert, denn John und seine Schwester waren Quaker, aber ganz sicherlich haben sie in irgendeiner Form den Jahreswechsel in das Jahr 1777 gewürdigt. Kennt man ja auch – Glückwünsche, gute Vorsätze und die Hoffnung auf ein tolles neues Jahr. Dummerweise kam es aber ganz anders, denn als Thomas am 3. Januar morgens aus dem Küchenfenster auf das hübsch verschneite Feld vor seinem Haus geguckt hat, musste er mit Entsetzen feststellen, dass von links etwa 6000 britische und hessische Soldaten und von rechts 7000 amerikanische Soldaten unter der Führung von George Washington auf sein Feld ritten und rannten und anfingen sich gemütlich die Schädel einzuschlagen. Zum Glück war die ganze Geschichte nach einem Tag mit dem Sieg von George Washington und seinen Truppen beendet, aber wirklich haben will man sowas auf seinem Grundstück ja auch nicht, oder?

Die Farm von Thomas Clarke ist bis zum heutigen Tag erhalten geblieben, wogegen die wunderbare Eiche, unter der der amerikanische General Hugh Mercer tödlich verwundet wurde, im Jahr 2000 zusammengebrochen ist. Heute steht dort eingezäunt ein Sprössling aus dem Jahr 1981 der inzwischen auch recht stattlich ist. In Erinnerung an den unglücklichen General liegt Princeton und das große alte Haus von Herrn Mendweg in Mercer County.

Randnotiz – natürlich hat man den sterbenden General wohin gebracht? Na klar, in das Haus von Thomas Clarke.

Auf der anderen Seite des Tals steht eine Säulenreihe die vom deutschstämmigen Architekten Thomas Ulstick Walter entworfen wurde als Gedenkstätte um ein Grab in dem die Gebeine von 21 Englischen und 15 amerikanischen unbekannten Soldaten liegen zu markieren. Thomas U. Walter hat übrigens noch die Kuppel des Kapitols in Washington entworfen.

Tatsächlich erstaunlich ist, dass bei so vielen tausend kämpfenden Soldaten „nur“ 86 Briten und 40 Amerikaner getötet oder verwundet wurden.

Der Tod von General Hugh Mercer wurde später vom Maler und Yale University Art Galery Gründer John Trumbull (der selber im Unabhängigkeitskrieg als Adjutant von George Washington aktiv war) gemalt. Mercers Sohn übernahm dabei die Rolle des Modells. 

Ein direkter Nachfahre General Mercers war übrigens General George S. Patton der im zweiten Weltkrieg eine so wichtige Rolle spielte und als Militärgouverneur Bayerns kurz vor Weihnachten 1945 an den Folgen eines Autounfalls in Heidelberg starb. 

1777MercerPrincetonPrinceton BattlefieldThomas ClarkeUnabhängigkeitskrieg

mendweg • Mai 16


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