Mitte Februar wurde zwar ein Treffen mit einer hochrangigen Delegation aus Hongkong abgesagt, aber so richtig angefangen hat das ganze Schlamassel ja eigentlich für mich damit, dass einer meiner Geschäftspartner in Kanada am Rosenmontag per WhatsApp das, für das Ende der Woche geplante, gemeinsame Abendessen abgesagt hat. Sein Arzt hätte ihm aufgrund seiner Lungenprobleme vom letzten Jahr dringend empfohlen, wegen diesem neuen Virus die Wohnung in Toronto sofort zu verlassen und sich in sein Ferienhaus außerhalb Torontos in eine Art Quarantäne zu begeben. Enttäuschend, denn ich hatte mich sehr auf das Abendessen gefreut, aber auf der anderen Seite natürlich verständlich ,denn hier hatte jemand ernsthaft Angst um seine Gesundheit. Das der Mann dort heute also über eineinhalb Monate später noch immer sitzen würde konnte damals ja noch niemand ahnen.

Nichts desto trotz bin ich am Aschermittwoch (26.02.2020) am frühen Nachmittag mit meiner Kollegin in München ins Flugzeug gestiegen, um nach New York zu fliegen. Die wenigen verbliebenen Leser dieses Blogs werden sich sicherlich erinnern, dass das einer meiner am häufigsten geflogenen Flugstrecken ist und auch dieses Mal habe ich den Flug sehr genossen. Kein Handy, keine E-Mails, dafür Zeit zum nachdenken,  zum Arbeiten und um die verpassten Kinofilme nachzuholen. In diesem Fall war es Le Mans 66 mit Matt Damon und Christian Bale und ich bin noch immer begeistert von der Umsetzung des Themas.

Der Landeanflug in New York war eigentlich wie immer, Einreiseformalitäten in 15 Minuten erledigt, Gepäck geschnappt und ab ins Hilton Hotel in der Nähe vom Flughafen.

Jet lag hat den Vorteil dass man zumindest morgens um 3:00 Uhr in der Früh das Fitness Center im Hotel ganz für sich hat. Der Nachteil sind die vielen Spiegel die um diese Tageszeit ein gnadenlos realistische Bild zeigen…

Deutschland meldet derweil:

Alle in Bayern behandelten Coronavirus-Patienten geheilt

Wenige Stunden später ging es dann weiter nach Toronto. Also Koffer packen, auschecken, Rumpelbus zum Flughafen ,Gepäck aufgeben, Security rein in den Flieger…

Oder eben auch nicht. Nachdem in Toronto gerade ein Schneesturm wütete konnte unser Flieger ein dort auch nicht starten um uns abzuholen. So haben wir also erst mal fröhlich 3 Stunden wartend verbracht, zum Glück in der Lounge von Air Canada. Als es dann endlich los ging war klar, dass dieser Tag zumindest keine Kunden Termine mehr erlauben würde und eigentlich nur aus arbeiten in der Flughafen Lounge und später im Hotel bestehen würde.

Der Blick vom abendlichen Arbeitsplatz im Hotel – könnte schlechter sein wink

Am nächsten Morgen dann das Treffen mit einem Kunden zum Frühstück und plötzlich war es da – das Thema „Virus“. Und dieser Virus hatte einen Namen: Corona. Das ist etwa so wie wenn Windböen einen Namen bekommen und zum „Sturm“ werden. Wenn der Sturm dann in der Tagesschau die erste und nicht die letzte Meldung ist, weiss man dass es ernst ist.

In diesem Fall wurde vom Kunden (Projektfinanzierung aus Asien) über die Zukunft spekuliert und wie sich das alles auf die Baubranche auswirken könnte und eventuell auf die US Präsidentschaftswahl. Schließlich würde ja in der kommenden Woche Michael Bloomberg am Super Tuesday in den Wahlkampf eingreifen.

Ein sehr intensiver und kalter Freitag verging im Flug…  

…und der nächste Flug nach Philadelphia am frühen nächsten Morgen diesmal ohne Verzögerung. Allerdings waren die Maßnahmen am Flughafen bereits verschärft worden und ich hatte noch eine kleine „Diskussion“ mit dem Immigration Officer. Man muss dazu wissen dass die Einreise in die USA bereits am Flughafen Toronto stattfindet und wegen der reduzierten Budgets für die Border Control (Danke Mr. Trump) waren gerade mal 3 Schalter für mehrere hundert Reisende geöffnet. 

Der Mitarbeiter am Air Canada Schalter hatte die Koffer meiner mitreisenden Kollegin auch auf mein Ticket gebucht damit wir dank meiner Star Alliance Status keine Gebühren zahlen müssen. Das wiederum führte dazu dass bereits erwähnter Immigration Officer mich angeraunzt hat wie oft am Tag ich mich umzuziehen gedenke weil ich so viele Klamotten dabei habe. Bis ich dann erst auf dem Bildschirm die drei Gepäckstücke erkennen und die Sachlage aufklären konnte musste ich mir einiges anhören. Aber immer noch besser als zur Gepäckkontrolle rausgezogen zu werden und die zu kleine Damenunterwäsche erklären zu müssen..

Luxusfrühstück…

Landeanflug Philadelphia. Es folgten ein paar Einkäufe und ein spannendes Treffen mit einem deutschstämmigen Marketingexperten. 

Die Deutschen haben nicht nur böse Autos sondern unterwandern auch die amerikanische Honigindustrie. Pfui!

Ein wenig Kunst, oder so wink

Vorbereitung zum St. Patricks Day.

Am nächsten Morgen ging es dann die eineinhalb Stunden mit dem Auto nach New York, bzw. erst mal zum Sheraton Lincoln Harbour (Geheimtip für NYC Reisende – große deutlich günstigere Zimmer, sensationeller Blick auf die Skyline von Manhattan und die Fähre nach Manhattan vor der Türe)

Die weiteren Bilder lasse ich mal weitestgehend umkommentiert wirken. Wer die aktuellen Nachrichten sieht und kurz vorher die Vitalität dieser Stadt, die durchaus als die „Hauptstadt der Welt“ bezeichnet werden darf, erlebt hat ist hin und her gerissen zwischen Entsetzen und kalter Wut auf einen Präsidenten der die größte Schande in der Geschichte dieses Landes ist. Und das will etwas heißen… 

Das berühmte Flat Iron

Der U-Bahnstation World Trade Centre mit der „Oculus“ genannten Halle des spanischen Architekten Santiago Calatrava und dem One World Trade Center im Hintergrund

Der Time Square…

..mit der Wahlwerbung des ehemaligen Bürgermeisters der 500 Mio USD für seinen Wahlkampf ausgeben sollte. Für ihn ein Taschengeld. Hätte man dafür Beatmungsgeräte gekauft wären die Lichter am Time Square vermutlich noch an…

Es ist der 1. März 2020. In Italien sind 1.694 Menschen an COVID-19 erkrankt. Doppelt so viele wie am Tag zuvor. 34 Menschen sind gestorben. Noch fühlt sich Europa sicher und schaut nach Wuhan und wie man die armen Menschen dort einfach totalitär in Ihrer Stadt einsperren kann.

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