Irgendwie hat es mir die komplette Wochenplanung zusammengeschossen und so wurde aus London, Tel Aviv, Zypern halt „nur“ Tel Aviv. 

Der übliche Tagesablauf. Ein kompletter Arbeitstag. Nach Hause, packen, essen und ab zum Flughafen.


Wenn man von München nach Israel fliegt muss man ja in den Abflugbereich „F“ des Terminal 2 wo höchste Sicherheitsstufe und ganz besondere Aufmerksamkeit herrschen. Heute ist hier fast nichts los – 9 Erwachsene und 4 Kinder – und ich fange an von einem ruhigen Nachtflug zu träumen.

Gegen 22 Uhr steht der Bus vor der Türe und es geht wie immer zum Abflugbereich „H“, wo man sein Handgepäck erst mal 4 Stockwerke hoch schleppen darf, um dann wieder im Normalbereich des Terminal 2 weiter zu warten. Warum das nun alles? Die Antwort lautet: Olympische Spiele 1972. Macht keinen Sinn – ist aber halt so.

Übrigens finde ich am Abfluggate H8 Passagiere für gefühlte zwei Flugzeugladungen – die kommen alle über den Transitbereich aus anderen Ländern zum Weiterflug.

Nach dem üblichen chaotischen Boarding (alle wollen mitsamt ihren Plastiktüten gleichzeitig rein, wobei Dank misslungenem Preboarding die 10 orthodoxen Familien mit ihren 29 Kindern und mindestens 12 Buggys alles verstopfen, tauche ich mittels Kopfhörern in meine eigene abgekapselte Welt. Mein Dank gilt der netten Lufthansa-Dame die mich einem einem Gin mit Spuren von Tonic versorgt.

Dank verspätetem Abflug bin ich um 05:15 morgens im Bett.

3:45 Stunden später setzte ich mein Premiumlächeln auf umarme meinen Händler. Es folgen Baustellen, Löcher im Boden und – israeltypisch – epische Diskussionen. Wobei…was ist eigentlich die Steigerungsform von „episch“? 


Zumindest gibt es abends als Entschädigung was fürs Auge und den Magen. Und interessante Gespräche über den Besuch des deutschen Außenministers. Die Reaktion von Ministerpräsident Netanjahu wird klar als übertrieben bezeichnet, aber es versteht niemand warum Herr Gabriel unbedingt „ultralinke Spinner“ treffen muss die auch absolut liberale Israelis für Idioten halten. Na, da scheinen ja zwei Diplomaten-Naturtalente aufeinander zu treffen….


Tag 2 – heute keine Baustellen, aber dafür Diskussionen bis die Ohren bluten. Ich sitze mit drei Männern in einem Raum und führe gleichzeitig drei verschiedene Gespräche, während die wiederum selbst ständig parallel Zweitgespräche führen – teilweise laut schreiend am Telefon. Aber, man gewöhnt sich im Laufe der Jahre daran und ich habe nicht einmal den Wunsch, mich weinend auf der Herrentoilette einzusperren smile

Am Nachmittag dann die Rückfahrt zum Flughafen, erneut ewiger Sicherheitsaufwand und die Erkenntnis dass der Flug nach Hause 45 Minuten verspätet ist. Apropos „nach Hause“ – dort wartet auf der Heimfahrt ein Schneesturm auf mich. So sah es am nächsten Morgen aus:


Nachfolgend zwei Bilder vom 28.04 und 29.04.2017

4 thoughts on “Tel Aviv 04/17

  1. Die Kontraste zwischen den Bildern könnten ja kaum größer sein und damit meine ich nicht nur die letzten http://www.mendweg.com/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wacko.gif

  2. Hallo Herr Arno,
    das spiegelt so ziemlich das Widersprüchliche in Israel. Nach drei Geschäftstagen braucht man fast eigentlich Urlaub http://www.mendweg.com/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wacko.gif
    Und trotzdem ist es genau das was mich fasziniert – eine unglaubliche Intensität und die Kontraste. Junge Frauen im Bikini und ultraorthodoxe Juden im schwarzen Anzug und Hut. Modernste Wolkenkratzer und Baugrube in der Qualität von Steinzeithölen. Modern und alt. Hightech wie die Mitentwicklung des iPhone 8 und Bastelpfusch wie die Wasserinstallation da oben.

  3. Feine Fotos, Herr Mendweg!

    Diese Widersprueche gibt es ja auch in den Staaten. Ehrlich gesagt – seit dem ich damit leben muss, fasziniert mich da nix mehr, oft nervt es einfach extrem. Bei jedem Sturm bangen, ob es diesmal einen Stromausfall gibt und damit die Sump pump im Keller lahmgelegt wird – nerv. Schecks schreiben – nerv. Und so weiter. Natuerlich ist es schoen, wenn Mitteilungen von der Schule aufs Handy kommen, Termine fuer alles moegliche einfach online buchbar sind und so weiter. Aber die Zeit, die man da spart, geht woanders gleich wieder drauf… Ich beklage mich nicht, insgesamt hebt sich ja alles auf ;-) , ich kann es nur oft genug nicht nachvollziehen.

    1. Liebe Frau Anja,
      ich kenne ja alle Ihre „nerv-Beispiele“ und verstehe bestens. Auf viele dieser Dinge kann ich heute sehr gerne verzichten und die aktuelle politische Entwicklung würde auch noch dazu führen dass ich ständig bei Demos mitmarschieren würde… :-(

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