Und nun die andere Seite…

Überall in der Stadt finden sich Bauruinen

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Mitten in der Stadt begegnet einem ein Rudel aus 5 größeren Strassenhunden20130608-102425.jpg

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Jeder zweite Laden scheint geschlossen zu sein

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Ich habe noch nie so viele Graffitis gesehen – keine Kunstwerke sondern Protestschmierereien – ein deutliches Zeichen, dass die Jugend hier ein Problem hat…fast 30% Arbeitslosenquote….

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In den zwei Tagen bin ich mehrfach an einer Kreuzung vorbeigekommen und immer stand dort diese junge Frau bei bis zu 30°C in der Sonne und hat wartende Autofahrer angebettelt. Das Baby war braungebrannt und sah…na sagen wir mal angeschlagen aus. So etwas habe ich zuletzt in Indien gesehen….

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Wer die Prachtstrassen mit den schönen und wohlhabenden Menschen verlässt und in Seitenstrassen fährt, findet ausser badewannengroßen Schlaglöchern die pure Armut – Bettler, Obdachlose und Großfamilien die in Ruinen hausen.

Während meines Mittagessens am Samstag (siehe Farbbeitrag) in einem Restaurant mit Strassenbestuhlung hatte ich in 30 Minuten Angebote für :

Rosen, Kerzen, Lose, freien Eintritt in ein Männeretablissement, am Arm geflochtene Armbändchen, Gitarrenmusik mit Gesang, original Rolex-Uhren für 100€, noch mal Lose, Teleskopspazierstöcke, ein Baby (vielleicht wollte die Mutter es auch behalten, obwohl sie es mir hingehalten hat), Zieharmonikamusik ohne Gesang, CD und DVDs (natürlich nur Originalaufnahmen) bunte Luftballons, wieder Lose und kostenpflichtigen Sex. Oh…und Handtaschen und dann stand einer da der mir einfach nur die offene Hand hingehalten hat. Ich bin dann tatsächlich geflüchtet, weil es einfach nicht mehr zu ertragen war und ich nicht diese Gleichmut wie die um mich herum sitzenden wohlhabenden Griechen habe, die diese Bettler einfach übersehen haben.

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Am meisten erschreckt hat mich dass viele der Bettler Kinder unter 10 Jahren waren. Diese beiden haben Kerzen und Rosen verkauft.
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All das im Jahr 2013 in der zweitgrößten Stadt Griechenlands, einem Mitgliedsstaat der Eurozone und die Wiege der europäischen Demokratie, Kunst, Wissenschaft und Philosophie und nur 2 Flugstunden von München entfernt. Gerade von München, dessen Architektur so stark von Griechenland geprägt wurde und das so eng geschichtlich mit Griechenland verknüpft ist – bis hin zu den Farben der Staatsflagge.

Mein Traum ist es, das in einem gemeinsamen Europa eines Tages alle Jungs in dem Alter am Samstagmittag beim Baden oder beim Fussballspielen sind und nicht bettelnd durch die Strassen ziehen müssen. Davon sind wir aber ganz augenscheinlich noch sehr weit entfernt. ;-(

9 thoughts on “Thessaloniki schwarz-weiss

  1. Erschreckend. In Ägypten ging es ähnlich zu, nur dass da teilweise schon Kindergartenkinder betteln. :(

  2. Florian, dem ist nichts hinzuzufügen!!!! :( :( :( außer vielleicht, dass die Presse hier ganze Arbeit geleistet hat! Ich danke Dir ganz besonders für Deine Objektivität und Deine Humanität!

  3. Das ist hart. Am meisten leid tun mir ja immer die Kinder (was nicht heißen soll, dass mir die Erwachsenen egal sind, aber ich glaub Du weißt, wie ich’s meine…).

    Ich muss aber auch sagen – sowas Ähnliches habe ich schon in Italien gesehen. Und nicht erst gestern und nicht erst seit dem Euro. Und auch in Spanien soll es solche Gegenden geben. Irgendwas läuft da gerade in den südlichen Ländern total schief. Ist zumindest mein Eindruck. Und ich glaube, da hat nicht nur der Euro schuld, sondern auch die hausgemachte Korruption, die es leider in Griechenland halt auch gibt.

  4. Diese Gegensätze haben mich in Istanbul schon aus den Socken gehauen. Jeder, der über Deutschland schimpft, sollte mal ´nen Trip nach Istanbul oder/und Thessaloniki machen – das erdet ungemein.

  5. Das Bild der bettelnden Frauen und Kinder erinnert tatsächlich an Indien, und zwar aus gutem Grund: Es handelt sich um Roma (die ja, wie bekannt, aus Indien stammen), aus Griechenland oder frisch aus Rumänien und Bulgarien eingewandert.

    Dank der Zuwanderung aus Osteuropa werden die Strassen von Berlin, München und Stuttgart in kurzer Zeit einen „indischen“ Flair bekommen, und du wirst nicht mehr nach Thessaloniki reisen müssen, um schöne S/W Fotos zu machen.

    1. Hallo Georg
      Ich habe mich entschieden im Rahmen der Meinungsfreiheit Ihren Beitrag zu genehmigen. Das heisst aber nicht dass ich ihn für gut heisse.

      1. Nein – es erinnert nicht wirklich an Indien, wenn man von der Gemeinsamkeit Frau mit Baby absieht. Bettlerinnen mit Babys in Indien sehen ganz anders aus. Selbst erlebt.
      2. Nein – es war keine Roma. Nicht jede Bettlerin mit bunter Kleidung ist Roma. Übrigens macht es nicht wirklich Sinn wenn man Bettler ist in ein Land zu gehen, wo es überhaupt nichts zu holen gibt.
      3. „Roma“ leben per Definition seit über 600 Jahren in Europa – von Indien ist da nicht mehr viel zu spüren.
      4. Ich habe lieber 10 Roma in der Münchner Fussgängerzone als einen rassistischen Vollidioten.
      5. Möchten Sie nicht eventuell auswandern? Wie wäre es mit Indien? Achso….Ihre IP ist ja aus Griechenland. Na da freuen sich die Griechen bestimmt.

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